Ausgebrannt

… noch 11 Tage

Heute haben wir ein etwas ernsteres Thema, welches wir aber auch für sehr wichtig halten.

Manchmal wird alles zu viel. Manchmal scheint es, als trete man auf der Stelle, das eigene Tun verliert seinen Sinn und eine lähmende Kraftlosigkeit macht sich breit.

Burnout.

Eine Gymnasiallehrerin aus dem norddeutschen Raum, die wir kürzlich kennenlernen durften, ist durch diese Hölle gegangen. Sie gab uns ein Gedicht, in dem sie diese schlimme Zeit verarbeitet hat, verbunden mit dem dringenden Rat, bei Verdacht so früh wie möglich einen Fachmann zu konsultieren. Er kann das Krankheitsbild von anderen Störungen abgrenzen, wie zum Beispiel einer Depression. Gemeinsam mit ihm lassen sich Schritte planen, die eine weitere Verschlechterung verhindern. Denn es ist niemals nur Stress allein, der zum Burnout führt, es spielen immer mehrere Faktoren eine Rolle.

Wer den Verdacht hat, auf einen Burnout zuzusteuern oder vielleicht sogar schon betroffen ist, oder wer bei einem Kollegen / einer Kollegin vermutet, dass sich eine solche Krise anbahnen könnte, kann und sollte sich informieren, zum Beispiel auf einer der folgenden Seiten:

https://www.burn-out-syndrom.org/

https://www.sifa-sibe.de/fachbeitraege/archiv-sb/erkennen-und-handeln-als-kollegin-und-kollege

Bitte passt gut auf euch auf!

Der Lehrerin geht es inzwischen wieder gut, was uns sehr freut. Das ist es, was sie seinerzeit schrieb:

 

Burn out

Erst springt der Funke über,
bringt leicht entflammbares zum Glühen
und weckt so die Freude am Tun.

Aufmerksamkeit und Lob
lassen Flämmchen züngeln,
die Nachschub brauchen.

Erfolg und Beachtung
spornt zu Leistung an,
das Feuer brennt
und verlangt nach neuer Nahrung.

Optimierte Möglichkeiten
lassen Hunger spüren
und dursten nach Verwirklichung.

Angenommene Verantwortung begeistert,
lässt die Flamme lodern
und Funken sprühen,
die neue Brandherde entfachen.

Scheinbare Unersetzlichkeit und Höhenflüge
motivieren euphorisch
jahrelang mühevoll gesammelte Reserven anzugreifen,
um das lichterloh brennende Feuer
am Leben zu erhalten.

Anforderungen verdichten sich,
verwehren den Blick auf Wesentliches
und lassen keine Ruhe und Zeit,
um neue Quellen zu erschließen.

Aus Brandherden werden Baustellen,
die vollen Einsatz verlangen.

Unbedacht werden Ressourcen missbraucht
und Reserven aufgebraucht,
die ersten Funken verglühen,
das Feuer hungert.

Die Frage nach Versorgung
lässt im Kopf Filme ablaufen,
Gedanken Karussell fahren
und Nächte überladen nutzlos vergehen.
Der Schwindel verwirrt die Prioritäten
und raubt den Schlaf.

Was übrig ist
reicht gerade aus,
um für das Allernotwendigste
zu funktionieren.

Langsam reift die Erkenntnis,
dass stumpfes Funktionieren genügt,
um Wertschöpfung zu erschöpfen
und lässt ahnen,
dass (Ent-)Täuschung
kein einseitiger Prozess ist.

Das Feuer fällt in sich zusammen,
Wärmendes verflüchtigt sich
und nimmt Gefühle mit sich,
die unbemerkt,
eines nach dem anderen,
verschwinden.

Übrig bleibt
mit Asche überschwemmte,
kraftlose Leere
ohne Sinn und Verstand.
Ausgebrannt.