Engagement

… noch 16 Tage

Engagement der GPS – auch über ihre Grenzen hinaus

„Tue Gutes und rede darüber“

Die GPS war von Anfang an eine Einrichtung, die sich in vielerlei Hinsicht engagiert.

Das fing bei dem Einsatz für die ‚eigenen Leute‘ an.

Ein Zeitdokument dafür ist ein Leserbrief, den Herr Haack (ehemaliger Geschäftsführer) an die Wilhelmshavener Zeitung geschickt hat. In einem Auszug daraus heißt es:

„Am 18. November 1976 wurde ein 16jähriger geistig behinderter Junge, der damals seit 18 Tagen in unserem Wohnheim am Stadtpark lebte, als „Wilhelmshavener Brandstifter“ verhaftet. … In einem Brief an die Kriminalpolizei … haben wir dargelegt, daß aus unserer Sicht der Junge nicht der Brandstifter gewesen sein konnte und haben uns sehr energisch dafür eingesetzt, daß in unserem Staat auch ein geistig behinderter Mitbürger solange als unschuldig zu gelten habe, bis ihm die Schuld bewiesen sei. Der Junge wurde durch Gerichtsbeschluß in das Landeskrankenhaus Mohringen eingewiesen, wo er sich heute noch unter psychisch kranken Straftätern und Sicherheitsverwahrung befindet. Am 10. Februar 1979 wurde der wirkliche Brandstifter verhaftet. Seit 10 Monaten steht fest, daß der geistig behinderte junge Mann unschuldig ist. Seit drei Jahren und einem Monat befindet er sich in einer psychiatrischen Anstalt für Taten, die er nachweislich nicht begangen hat. … „

In einem anderen Fall hat sich die GPS solidarisch erklärt. In einem Bericht aus dem Jeverschen Wochenblatt konnte man 1998 lesen:

„Das Kölner Oberlandesgericht (OLG)hat sein umstrittenes „Redeverbot“-Urteil mit einem besonders hohen „Lästigkeitsfaktor“ der Gemütsäußerungen von geistig Behinderten begründet. „Aus dem Mißlingen der Sprechversuche resultieren Laute, die von einem unvoreingenommenen Zuhörer als unharmonisch, fehlmoduliert und damit als unangenehm empfunden werden“, heißt es in der schriftlichen Urteilsbegründung, die gestern veröffentlicht wurde. Der 7. Senat des OLG hatte am vergangenen Donnerstag der Berufungsklage eines Musiklehrers aus Stockheim im Kreis Düren stattgegeben. Der Kläger hatte sich durch das „unartikulierte Schreien, Rufen, Gurgeln, Stöhnen, Lachen und Lallen“ seiner sieben behinderten Nachbarn belästigt gefühlt. Das OLG verpflichtete in seinem Urteil den Landschaftsverband Rheinland als Träger der Behindertenwohngruppe zu bestimmten Uhrzeiten für Ruhe im Garten zu sorgen.“

Bei diesen ‚bestimmten Uhrzeiten‘ handelte es sich um den 1. April bis zum 31. Oktober an Sonn- und Feiertagen  ab 12.30 Uhr, mittwochs und samstags ab 15.30 Uhr und an den übrigen Tagen ab 18.30 Uhr. Der Vorsitzende des OLG meinte dazu: „Maßgebend ist dabei nicht so sehr die Lautstärke als vielmehr die Art der Geräusche.“ Ein Urteil, welches man sich heutzutage zum Glück nicht einmal mehr vorstellen kann!

Auch für die eigenen Mitarbeiter wurde eine Menge getan. So gab es z. B. einen Haustarifvertrag, um den man in der gesamten Region beneidet wurde. Zusätzlich gab es eine Betriebsvereinbarung, die viele Vorteile bot. In den einschlägigen Zeitungen hieß es, dass die Region ohne die GPS nicht wäre, was sie ist.

Ein weiteres Beispiel für das Engagement der GPS aus neuerer Zeit ist die Übernahme des Kindergartens Schlosserstraße. Ohne diesen Schritt hätte die als Selbsthilfegemeinschaft gegründete Betreuungseinrichtung schließen müssen.

Als letztes sei für heute die Betreuung minderjähriger Flüchtlinge ohne Begleitung genannt. Auch hier wurde Hilfe geboten, solange sie gebraucht wurde.

Der Spruch ‚Tue Gutes und rede darüber‘ gehört nach ‚außen‘ hin in den Bereich der PR und Imagepflege.

Aber auch nach ‚Innen‘ kann dieses Vorgehen einen wichtigen Zweck erfüllen. Wenn ich weiß, was meine Firma alles Gutes tut – für die Menschen mit Hilfebedarf, für die Region, für ihre Mitarbeiter – dann kann ich mich besser mit ihr identifizieren. Ich wüsste, warum ich meine Lebenszeit, Arbeitskraft, Energie, Talente und Engagement hier und nirgendwo sonst investiere.